Veröffentlicht am Schreib einen Kommentar

Zugriff auf Handy-Kontaktliste

Das ist eine Komfort-Funktion, die aber weitreichende Probleme mit sich bringt. Der Nutzer kann der App erlauben, auf die Kontaktliste des Handys zu zugreifen um zu erkennen ob ein Kontakt in der Kontaktliste den selben Messenger nutzt und dies dem Nutzer melden.

Im Fall von WhatsApp wird die komplette Kontaktliste heruntergeladen und auch für Kontakte, die WhatsApp nicht nutzen sogenannte Schattenkonten angelegt. Damit kann WhatsApp zusätzlich Rückschlüsse ziehen wer wen kennt. Und das auch für Personen, die eigentlich mit WhatsApp nichts zu tun haben und teilweise bewusst auch nicht wollen. Noch problematischer ist dieser Umstand, weil WahtsApp zu Facebook gehört und Facebook diese Daten auch nutzen will und aktuell nur durch eine durch den Datenschutzbeauftragten von Hamburg erwirkte einstweilige Verfügung davon abgehalten wird.

Damit ist es ein DSGVO Problem, weil der Nutzer die Zustimmung auf seine Kontaktliste zuzugreifen erst dann erteilen darf, wenn ihm das Einverständnis aller seiner Kontakte vorliegt. Dies dürfte aber nur in Ausnahmefällen der Fall sein und bei jedem neuen Kontakt wieder erhebliche Mehraufwände verursachen.

Dieses Problem sollten Privatpersonen nicht unterschätzen. Wer hat in seiner Kontaktliste nicht den ein oder anderen prominenteren Kontakt, Rechtsanwalt oder Richter von dem er nicht genau weiß, ob dieser auch WhatsApp nutzt und der mit Sicherheit sehr verärgert wäre, wenn die private Mobilnummer irgend wann bei Facebook auftaucht. Unwahrscheinlich das nicht doch der eine oder andere dann auch rechtlich vorgeht. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.

Es gibt aber auch Messenger, die die Daten der Kontaktliste nur anonymisiert auf den Server übertragen und abgleichen, so dass hier kein Problem entsteht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.